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Wort zum Wochenende

Ein bekannter Heiliger

Was ein Heiliger zu Lebzeiten gemacht hat, gibt die Zuversicht, dass er auch heute wunderbar handeln kann und wird, so Martinos Petzolt

Der heilige Nikolaus ist sicherlich der bekannteste christliche Heilige. Durch das Brauchtum sind die Kinder in christlichen Ländern mit ihm und seinem Leben vertraut. Die Colawerbung hat ihn schließlich auch weltweit bekannt gemacht, allerdings mit dem imaginären Weihnachtsmann auf dem Schneeschlitten oder im Überlandtruck vermischt. So ganz eindeutig ist deshalb heute auch nicht mehr, was die Schokoladenfigur in der Stanniolverpackung genau zeigen will.

Historisch gesichert ist vom heiligen Nikolaus eigentlich nur sein Todestag, der 6. Dezember. Denn da der griechische Bischof zeit seines Lebens so beliebt war, wurde dieser Tag in seiner Heimat Myra jedes Jahr groß gefeiert. Aber niemand kennt seine Lebensdaten. Genau genommen ist nicht einmal das vierte Jahrhundert, in dem er gelebt hat, wissenschaftlich gesichert. Die Legenden, die sich um ihn ranken, stammen alle aus späteren Jahrhunderten und scheinen sogar mit anderen Biographien vermischt zu sein.

Doch welche Bedeutsamkeit haben rein historische Gewissheiten für die Gläubigen? Die Faszination einer historischen Persönlichkeit ist doch recht beschränkt, wenn sie nur auf Nostalgie basiert. Auch das moralische Beispiel ist stark begrenzt, wenn die Lebenswirklichkeiten und auch die eigenen Möglichkeiten heute völlig anders sind.

In der Orthodoxie, wo Heilige und ihre Ikonen ständig und überall präsent sind, pflegen die Gläubigen einen sehr alltäglichen Umgang mit den Heiligen. Überall finden sich ihre Bilder, auf allen Kirchenwänden, in den Häusern, in Fahrzeugen und auch in manchem Portemonnaie. Die Gläubigen interessieren sich freilich weniger für das damals als für das heute. Was ein Heiliger zu Lebzeiten gemacht hat, gibt die Zuversicht, dass er auch heute wunderbar handeln kann und wird. Die überlieferten Taten begründen die Gewissheit, dass ähnliche Wunder auch heute geschehen können.

Es braucht keine hohe Theologie oder wissenschaftliche Rechtfertigung, wenn sich Kinder und Erwachsene über eine kleine Liebesgabe im Stiefel oder an der Bettkante am Nikolausmorgen freuen, gleich wie wundersam sie dort gelandet sind, weil der unsichtbare Spender wie damals der hl. Nikolaus keinen Dank erwartet. Und wenn ein Kind genussvoll einem Schokonikolaus den Kopf abbeißt, ohne sich viel dabei zu denken, macht es auch nichts.

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