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Wort zum Wochenende

Chanukka

Der Blick auf andere Religionen hilft vielleicht ein wenig, die Beschränkungen über Weihnachten besser zu ertragen, so Dr. Josef Schuster

Chanukka

Millionen Menschen in Deutschland blicken in diesem Jahr mit gemischten Gefühlen auf das Weihnachtsfest. Jetzt wird manch einer einwenden, er oder sie habe schon immer gemischte Gefühle an Weihnachten gehabt. Denn die Zusammenkünfte in der Familie seien nicht immer nur von Harmonie geprägt gewesen oder weil man an Weihnachten alleine war, vielleicht einsam.

Doch auch jene, die sich in anderen Jahren stets auf Weihnachten gefreut haben, sind in diesem Jahr vielleicht unsicher, verärgert oder enttäuscht, weil das Fest wegen der Corona-Pandemie nicht im gewohnten Rahmen stattfinden kann. Als Jude feiere ich kein Weihnachten, die Enttäuschung kann ich dennoch sehr gut nachvollziehen.

Ich kann sie auch deshalb gut nachvollziehen, weil wir ebenfalls von den Corona-Auflagen stark betroffen sind, in gewisser Hinsicht sogar stärker. Denn vom 10. bis 18. Dezember feiern wir Chanukka, das jüdische Lichterfest. Traditionell kommen in diesen Tagen zum Beispiel die Enkel zu Besuch, um gemeinsam mit ihren Eltern und uns Großeltern die Kerzen am Chanukka-Leuchter zu entzünden. Auch Treffen im größeren Freundeskreis und Partys sind zu Chanukka sehr beliebt.

In diesem Jahr geht das meiste davon nicht. Wir können uns an Chanukka nicht einmal über gelockerte Auflagen freuen, wie sie momentan in vielen Bundesländern über Weihnachten geplant sind. Noch härter hatte es in diesem Jahr übrigens die Israelis getroffen. Im September, über Rosch Haschana, dem jüdischen Neujahrsfest, und Jom Kippur, dem wichtigsten Feiertag, gab es in Israel wegen der hohen Infektionszahlen einen dreiwöchigen Lockdown. Die Bürger durften sich nur noch in der engeren Umgebung ihres Wohnsitzes bewegen. Alle Geschäfte waren geschlossen. Für Synagogen galten strenge Auflagen.

Ähnlich war es übrigens für die Muslime in diesem Jahr im Ramadan. Er fiel in den Mai, als in Deutschland alles geschlossen war. Die üblichen Treffen im großen Familienkreis zum gemeinsamen Fastenbrechen waren nicht möglich.

Dieser Blick auf andere Religionen hilft vielleicht ein wenig, die Beschränkungen über Weihnachten besser zu ertragen. Jeder sollte sich bewusst sein, dass Lockerungen auch ein erhöhtes Risiko mit sich bringen. Daher ist es wichtig, weiterhin verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. Der Schutz des Lebens ist in den drei großen monotheistischen Weltreligionen ein zentraler Wert. Das sollten auch jene beherzigen, die ohne religiösen Hintergrund Weihnachten feiern. Ich wünsche allen gerade in diesem Jahr ein frohes Fest!

Der Autor Dr. Josef Schuster ist Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

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