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„Friede auf Erden“

Wort zum Wochenende
Aber Gott lässt sich nicht abwimmeln, so Dr. Wenrich Slenczka.

n den nächsten Tagen werden wir wieder häufig „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden“ hören und selbst singen. Das wird den Hirten in der Weihnachtsgeschichte gesagt. Vom Weihnachtsfrieden ist die Rede. Ist das nicht fehl am Platz? Ist es eine Utopie, für die es keinen Raum in unserer Welt gibt?

Auch an Weihnachten wird Russland die Ukraine mit Raketen und Drohnen beschießen und die Ukraine wird sich verteidigen. Es ist das vierte Weihnachtsfest im Krieg. Das dauert nun schon fast so lange wie der erste Weltkrieg. Putin will keinen Frieden. Und das ist nur einer von vielen Kriegen in dieser Welt.

„Frieden auf Erden“ klingt wie eine Utopie. Der Frieden hat keinen Raum in unserer Zeit. „Keinen Raum in der Herberge“ hatten auch Maria und Joseph. Deshalb wurde Jesus in einem Stall geboren. Für ihn gab es keinen Raum in unserer Welt. Er hatte keinen Platz in seiner Welt.

Gott scheint zu stören, wenn er dem Menschen nahekommt. Entweder wird er zurückgestoßen, oder er wird schamlos missbraucht. Der Patriarch der Orthodoxen Kirche in Russland erklärt den Krieg – den es laut Propaganda gar nicht gibt – zum heiligen Krieg. Wie ein radikaler Dschihadist verspricht er den toten Soldaten den direkten Zutritt zum Himmel. Das ist nicht die Botschaft von Frieden auf Erden.

Aber Gott lässt sich nicht abwimmeln. Wenn er schon nicht willkommen ist, kommt er eben und lässt sich erniedrigen. Er liegt in der Krippe als wehrloses Kind. Er geht zu den Kranken, den Ausgestoßenen und den Schuldigen. Er lässt nichts aus, bis man ihn verfolgt und tötet. Es sieht zwar nicht danach aus, aber es ist die Botschaft von Frieden auf Erden.

Gott erträgt die Ungerechtigkeit und Gewalt der Menschen. Er gibt die Menschen nicht auf, sondern bringt seinen Frieden mitten in die Fronten, die Menschen aufbauen. Die Hirten erschrecken, als ihnen diese Friedensbotschaft um die Köpfe fliegt. Aber sie gehen dann doch hin, um zu sehen, was der Engel ihnen von dem Kind gesagt hat.

Solange wir nicht hingehen und hören, was von dem Kind in der Krippe gesagt wird, hat Gott keinen Raum bei uns. Der Friede bleibt eine Utopie. Vielleicht missbrauchen wir sogar Gott für unsere eigenen Zwecke. Aber an Weihnachten öffnet sich die Tür. Gottes Sohn kommt in die Welt. Er kommt zu uns, in unser Herz. Da lässt Gott die Utopie Wirklichkeit werden, obwohl es noch so viel Unfrieden in der Welt gibt.

Die Hirten sind erschrocken. Was sie gehört haben, passte nicht in ihr Leben. Aber sie haben trotzdem auf die Worte gehört. Als sie wieder nach Hause gegangen sind, haben sie selbst Gott gelobt. „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch hingehen und diese Botschaft an Weihnachten erfahren.

Dr. Wenrich Slenczka, Dekan Evang.-Luth. Dekanat Würzburg