Am kommenden Sonntag hören wir von der wundersamen Brotvermehrung: fünf Brote und zwei Fische machen 5.000 Männer, dazu noch Frauen und Kinder satt und es gibt sogar noch zwölf Körbe voller Reste!
Volksscharen folgen Jesus an einen abgelegenen Ort, so heißt es im Text. Jesus sagt seinen Jüngern, dass sie den Leuten zu essen geben sollen. Offenbar hatten die Freunde selbst auch schon den Gedanken, denn sie antworten, dass nur fünf Brote und zwei Fische vorhanden seien und Jesus die Leute doch besser wegschicken solle. Jesus verneint dies und lässt sich das Essen bringen, bricht das Brot, lässt es verteilen und alle werden satt. Die bildliche Vorstellung fand ich als Kind sehr beeindruckend. Wie kann das gehen - von so wenigem so viele zufrieden stellen zu können?
Die eigentliche Verwunderung setzt jedoch viel früher ein. Der Text beginnt damit, dass Jesus sich in eine einsame Gegend zurückziehen will, nachdem er von der Enthauptung Johannes des Täufers hört. Dort angekommen sieht Jesus die vielen Menschen, hat Mitleid mit ihnen und heilt ihre Kranken. Trotz seiner eigenen Trauer nimmt Jesus die Menschen mit ihren Bedürfnissen wahr und wendet sich ihnen aktiv zu. Und er fordert die Jünger auf, ebenso für das Wohl der Menschen zu sorgen und von dem zu geben, was sie haben.
Wer kennt eine ähnliche Situation nicht auch? Man will endlich mal für sich sein oder schnell noch etwas in Ruhe erledigen und schon klingelt es. Man wird aufgerufen, etwas zu tun, bezweifelt aber stark den Erfolg der Aktion. Sind wir offen? Sind wir bereit, „einen Aufriss zu machen“, gerade dann, wenn wir meinen, dass es kaum etwas bringt? Geraten wir da ins Jammern und suchen Gründe, warum wir es bleiben lassen sollten, da die vorhandenen Mittel so oder so zu wenig sind?
Jesus ermutigt uns, mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen zu handeln. Dabei mitunter auch unkonventionell zu denken und unseren Teil zu einer positiven Veränderung beizutragen. Das Wunder der Brotvermehrung - Überfluss trotz knapper Mittel - beginnt dort, wo Menschen füreinander da sind und sich einsetzen. Jesu Botschaft und seine Liebe geben Orientierung und Halt. So können wir zuversichtlich in die Zukunft blicken und im Vertrauen auf Gottes Beistand die nötigen Schritte tun.
Autorin: Maria Düchs ist Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Ochsenfurt

