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Wort zum Wochenende

Lebensfreude schöpfen

In der Krankenhausseelsorge höre ich meistens zu so Pfarrerin Erika Füchtbauer.

In der Krankenhausseelsorge höre ich meistens zu. Das Gespräch beginnt oft mit den ganz alltäglichen Sorgen: Wie die Wunde verheilt, was wohl bei der Untersuchung herauskommt, ob die Chemotherapie wirkt, ob der Mann zuhause alleine zurechtkommt, der doch selbst krank ist.

Und dann sprechen Menschen manchmal von dem, was ihnen „heilig“ ist: Ihre Liebsten, Familie, Kinder und Enkel, ihr Weinberg, ihr Hund oder auch ihr GARTEN. Mit „heilig“ meine ich hier, was für die Person unbedingt zu ihrem Leben dazugehört, was ihnen sehr viel bedeutet, woraus sie Lebensfreude schöpfen.

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen von ihrem Garten erzählen: Was da jetzt blüht, auf was sie sich freuen, was vielleicht gerade liegen bleiben muss. Sie schwärmen vom von Sonnenblumen und Hortensien, vom Bänkchen, von dem Salat, den sie gesetzt haben, von den Früchten, die sie ernten. Ihre Liebe und Zeit haben sie hineingegeben in das Gestalten ihres Gartens. Wenn sie vom Duft der Rosen und vom Lavendel, von den Farben der Stockrosen erzählen, blühen sie auf.

Ihre Sehnsucht wird spürbar nach ihrem „Paradiesgarten“, den sie hegen und pflegen. Nach dem Ort, wo sie einfach da sein und Gottes Schöpfung genießen können. Der Garten, ein essenzieller Teil ihres Lebens.

Für mich ist die Erquickung, die wir in der Natur suchen, auch ein Bild für unsere Sehnsucht nach einer friedlichen Welt, nach Heilung, Wachsen, Reifen, Entfalten. Wir brauchen ein Fleckchen, wo wir den Glanz des Paradieses jetzt schon erfahren dürfen, wo wir Zuflucht nehmen und an dessen Schönheit sich unser Herz erfreut. Das kann das Gärtchen sein, der Ringpark oder ein Spaziergang im Grünen.

Immer wieder staune ich, was alles entstehen kann in der Begegnung mit Patienten. Wie sie ihre Kraftquellen zur Sprache bringen, und wie sie erzählen, was ihnen schwer auf dem Herzen liegt. Manchmal wünschen sie sich ein Gebet, manchmal kommt ihr Glaube auch explizit vor: „Ohne meinen Herrgott hätte ich das alles nie überstanden.“, oder: „Ich habe heute schon in der Kapelle eine Kerze angezündet.“ Oder auch Zweifel: „Gibt es ihn überhaupt?“, oder einfach: „Ich weiß, dass ich nicht alleine bin.“

Unsere Aufgabe als Seelsorger ist: da sein, zuhören, der Spur folgen, die unser Gegenüber legt. Einen inneren Raum zur Verfügung stellen zum Mitschwingen: Resonanz. Und zu wissen: Mit dem Herzen verstanden werden ist eines der Grundbedürfnisse jedes Menschen.

Ihre Pfarrerin Erika Füchtbauer, St. Johannis, Seelsorgerin in Missioklinik und Juliusspital (KWM) und in der Palliativstation der Uniklinik

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